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Rezensionen 2020 bis 2022

Die lange Reise des Algiukas Mielis

Von Robert Breuer und Jill Otte (2021)

Algiukas wacht mitten in der Nacht auf, Hunde bellen und eine Faust hämmert gegen die Türe. Russische Soldaten befehlen ihm und seiner Familie, ihre sieben Sachen zu packen und das Haus zu verlassen. Algiukas nimmt seinen besten Freund Martin, den Ganter, mit. Sie fahren mit einem Pferdewagen zu einem benachbarten Bahnhof. Dort wird Algiukas mit seiner Schwester Dalia, seiner Oma Röslein und seiner Mutter Ursula von russischen Soldaten in einen Viehwagon gesteckt. Die Familie wird vom Vater getrennt. Damit beginnt die lange Reise von Algiukas und seiner Familie. Sie werden aus Litauen nach Sibirien deportiert. weiterlesen

Eine Teenager- Disharmonie (?)

Von Annika Busche, Suzan Gücer, Noah Krause, Nadine Krämer und Jessica Nestroy (2022)

Nils Mohl beschreibt seinem Verlag das Werk als ein Buch, welches introspektiv von der Zeit des Erwachsenwerdens erzählt, ohne dabei ein Roman zu sein. Es habe zwar lyrische Momente, sei jedoch kein Gedichtband. Es lasse sich keiner bestimmten Stilrichtung zuordnen, weshalb er es selbst „hochstapelnd” als ein „Ulysses ultralight” bezeichnet, angelehnt an James Joyce „Ulysses“ aus dem Jahr 1922. weiterlesen

Wenn Schicksal verbindet...

Von Iklima Aslan, Meltem Barutcu, Kübra Boztas, Patrick Hekkert, Sarah Mühlberger, Marie Fee Remitschka, Buket Saglik

Wieso fotografierst du nie Menschen?“,
fragt Salomon.
Ich zucke mit den Schultern.
„Menschen sind unzuverlässig. Sie kommen und gehen,
wie es ihnen passt.
Besser,
man versucht es gar nicht, sie festzuhalten.

„Bewegend“, „berührend“, „fein“ und „nahbar“ möchte man die von Elisabeth Steinkellner geschriebene Geschichte von Esther und Salomon beschreiben, so sind diese Attribute nur allzu treffend. weiterlesen

„Nur, wer diese geheimnisvolle Maschine versteht, kann auch selbst an den wichtigen Rädchen drehen und so mitreden. Dann macht Politik super viel Spaß.“

Von Mert Kaan Emre, Ezgi Ilhan, Melis Karakullukcu, Benjamin Makoschey, Alina Passerschroer, Elisa Stadler (2022)

Ist Politik nicht total langweilig für Kinder? Die Autoren Lisa Duhm und Jan von Holleben sind da anderer Meinung. Sie versuchen Politik altersgerecht und zugänglich zu erklären. In Zusammenarbeit mit Kindern verschiedener Schulen und aus Klassen der Stufen 4 bis 8, ist ein abwechslungsreiches und buntes Kindersachbuch entstanden. Die Kinder fragen sich beispielsweise: Wohnt der Kanzler in einer Villa? Was passiert, wenn ein Politiker durchdreht? Dürfen Politiker ins Freibad gehen? weiterlesen

We are the change !

Von Tugce Alan, Merve Demirel, Mavera Fidan, Elif Günaydin, Elif Kara, Tugba Sevim (2022)

Amanda Gorman trug am 20. Januar 2021 bei der Amtseinführung des 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Joseph R. Biden, als jüngste Inaugurationsdichterin in der Geschichte ihres Landes ihr Gedicht „The Hill We Climb – Den Hügel hinauf“ vor und wurde damit weltberühmt.
Das Bilderbuch „Change – Eine Hymne für alle Kinder“ ist die erste Kinderbuchveröffentlichung der Autorin und handelt von einem jungen Mädchen, welches durch Musik und Rhythmus Menschen zusammenbringt. weiterlesen

Rosalie. Als mein Vater im Krieg war

Von Nesrin Bölükbasi, Lisa-Marie Dreypelcher, Erdem Gündug, Lara Huseinov, Arbenita Murseli, Saskia Pasch (2022)

Im Winter des Jahres 1916 herrscht Krieg. Rosalie ist fünfeinhalb Jahre alt und die Tochter eines Soldaten, der für Frankreich an der Front kämpft. Ihre Mutter arbeitet den ganzen Tag über in einer Waffenfabrik. Da niemand auf Rosalie aufpassen kann, bietet der Lehrer Rosalies Mutter an, auf die Fünfjährige Acht zu geben und so darf sie jeden Tag in die Schule für die Großen und sitzt unbeachtet hinten im Klassenzimmer. Als Hauptmann Rosalie tarnt sich die Fünfeinhalbjährige und plant eine geheime Mission. Sie beobachtet das Klassengeschehen und notiert sich die geheimnisvollen Zeichen von der Tafel in ihr Heft, welches sie niemals aus den Augen verliert. weiterlesen

Haus Nr.8 eine farblose Familie oder „irgendwo ins Nirgendwo“

Geschrieben von Thorge, 10 Jahre, Kinderuni-Kind 2022

Meine Rezension behandelt den Comic "Haus Nr. 8 -  Eine farblose Familie" geschrieben von Patrick Wirbeleit und illustriert von Sascha Wüstefeld. Dies ist der erste von voraussichtlich 3 Bänden. Tim zieht mit seinen Eltern in ein Haus irgendwo ins Nirgendwo und plötzlich verschwinden alle Farben.
Tim beschließt auf eigene Faust die Farben zurück zu holen, er ahnt jedoch nicht, dass er sich vielen Problemen und Rätseln stellen muss und der Nachbar ist auch nicht grade nett. Das Buch hat viele spannende und lustige Stellen, jedoch waren einige Stellen etwas langweilig.

Den zweiten Band werde ich mir trotzdem anschauen.

DER SIEBTE BRUDER oder DAS HERZ IM MARMELADENGLAS

Geschrieben von Frieda, 12 Jahre, Kinderuni-Kind 2022

Der siebte Bruder oder das Herz im Marmeladenglas, das klingt erstmal wie ein komischer Titel für ein Comic, oder? Aber gerade dieser Titel ist einer der Gründe, warum ich gerade dieses Buch bzw. Comic gewählt habe. Und es war keine Fehlentscheidung! Die 120 Seiten sind mit Liebe gestaltet und auch die Geschichte ist geistreich und witzig geschrieben. Ich kann es für Kinder ab 7 Jahren empfehlen.
Der von Øyvind Torseter geschriebene Comic wurde von Maike Dörries ins Deutsche übersetzt und war dann 2017 erstmals auf Deutsch erhältlich. Der Comic gehört zu dem Genre Märchen. Es hat mich zuerst erstaunt, ein Märchen in Comicform zu finden, aber da es relativ modern geschrieben ist, ist es auch sehr spannend. In dem Comic geht es um den 7. Sohn eines Königs. Seine sechs Brüder machen sich auf den Weg, um sich eine Prinzessin auszusuchen. weiterlesen

 

 

Adresse Unbekannt

Geschrieben von Tuna, 11 Jahre, Kinderuni-Kind 2022

Das Buch „Adresse unbekannt“ von Susin Nielsen aus dem Jahr 2021 erzählt die Geschichte von Felix und seiner Mutter. Es geht darum, dass der Junge mit seiner Mutter in einem Minibus wohnt, weil sie kein Geld für eine Wohnung haben. Alle fragen ihn, wo er wohnt, aber er kann nicht antworten, weil sie in dem Minibus wohnen. Felix erlebt in seinem Minibus sehr viele Abenteuer.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es sehr viele Abenteuer und auch Schwierigkeiten gab. Ich empfehle euch allen das Buch. Wer Abenteuer und so weiter mag, dann ist es genau das Beste dafür.

 

Das unsichtbare Raumschiff

Geschrieben von Emir, 10 Jahre, Kinderuni-Kind 2022

In dem Comic „Das unsichtbare Raumschiff“ von Patrick Wirbeleit, Andrew Matthwes und Uwe Heidschötter aus dem Jahr 2021 sind zwei Menschen, ein Roboter und ein Wesen in einem unsichtbaren Raumschiff unterwegs. Sie haben aus Versehen den Unsichtbarkeitsknopf gedrückt und alles wird dunkel. Mir hat dem Buch nicht so gut gefallen, dass es zu kurz war. Ich finde 60 bis 70 Seiten für ein Buch zu kurz. Ich kann es empfehlen für Leute, die nicht so schnell lesen können, aber es ist gut.

 

Marthas Boot von Polly Horvath

Geschrieben von Liv, 8 Jahre, Kinderuni-Kind 2022

Nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern stehen die vier Schwestern Fiona, Marlin, Natasha und Charlie vor einer ungewissen Zukunft. Bei wem sollen sie nun wohnen und können sie zusammen blieben? Sie erhalten die Nachricht, dass ihre Tante Martha aus Kanada sie aufnimmt. Doch als sie dort ankommen, ist auch sie gestorben. Gemeinsam schmieden sie einen Plan um zusammen bleiben zu können und ziehen im Haus ihrer Tante ein. Dabei müssen sie sich einigen Herausforderungen stellen, denn nicht nur das Jugendamt bietet Gefahr, sondern auch der Anwalt ihrer Tante, Mr Pennypacker. Sie stoßen aber auch auf unerwartete Verbündete.
Ich fand das Buch gut, weil es um vier starke mutige Mädchen ging in die ich mich gut hinein versetzen konnte. Die Handlung fand ich spannend, weil man immer wissen wollte was als nächstes passieren würde. Es ist eine traurige, aber auch eine schöne und spannende Geschichte.

 

Der Junge, der mit den Wölfen spricht

Geschrieben von Emily, 9 Jahre, Kinderuni-Kind 2022

Komm mit in die Welt der sprechenden Tiere! Silas hat keine Freunde in der Schule. Eines Tages hilft er einem verletzten Wolf namens Isengrim. Und darf als Dank in die verborgene Welt der sprechenden Tiere eintauchen. Mir hat das Buch gefallen, weil es lustig, kunterbunt, süß, interessant gemacht ist. Und es eine Geschichte ist die schön und lang ist. Sie wird auch immer spannender. Hoffentlich gibt es eine Fortsetzung, denn ich könnte das Buch jederzeit nochmal lesen.
Altersempfehlung: neun bis zwölf Jahre.

 

Der Siebente Bruder

Geschrieben von Elly, 9 Jahre, Kinderuni-Kind 2022

Mein Buch heißt „Der siebente Bruder oder Das Herz im Marmeladenglas“ von dem norwegischen Autor Øyvind Torseter. In der Geschichte geht es um Bruderliebe, Romantik, Abenteuerlust und um großen Wagemut. Der Königsohn Hans hat sechs Brüder, die in die weite Welt ziehen, um für sich eine Ehefrau zu finden. Hans sollen sie eine mitbringen. Aber weil sie sich so sehr in ihre eigenen Frauen verlieben, vergessen sie, Hans eine Prinzessin mitzubringen. Auf dem Rückweg zum väterlichen Schloss werden sie von einem Troll in Steine verwandelt. Gegen den Willen des Königs zieht Hans los, um seine Brüder zu befreien und erlebt dabei viele Abenteuer.
Mit hat das Buch gut gefallen, weil es eine fantasievolle Geschichte und ein Märchenbuch in Comicform ist. Die gezeichneten Bilder sind gut zu erkennen und es macht viel Spaß, sie zu betrachten. Das Format des Buches ist schön groß. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr das Buch einmal lesen würdet. Mir hat es viel Spaß gemacht.

 

Marthas Boot - Geschichte von Polly Horvath

Geschrieben von Mila, 10 Jahre, Kinderuni-Kind 2022

„Marthas Boot“ ist eine Erzählung von Polly Horvath und ist im Jahr 2021 erschienen. Der Verlag ist „Freies Geistesleben“. Die Geschichte spielt in der heutigen Zeit. Im Buch geht es um vier Schwerstern im Alter von acht bis vierzehn Jahren, die ihre Eltern leider verloren haben und nun alleine durch ihr Leben kommen müssen. Welche Probleme ihnen begegnen und wie sie damit klarkommen, findest du im Laufe der Geschichte heraus. Die Autorin beschreibt die Charaktere sehr geschickt. Man kann sich in die Personen gut hineinversetzen. Angst, Trauer, Anspannung, aber auch die Freude, durch all das fühlt man mit.
Meine Bewertung: Ich finde das Buch toll, weil man mitfühlen kann und mitgerissen wird.
Meine Altersempfehlung: Ich empfehle das Buch für das Alter von 9-12 Jahren, weil die Sätze manchmal etwas kompliziert sind.

 

Drachendetektiv Schuppe - Chaos im Zauberwald

Geschrieben von Lukas, 8 Jahre, Kinderuni-Kind 2022

In dem Buch geht es um Drachendetektiv Schuppe, der gerne spioniert. Der Detektiv arbeitet im Moment an dem Fall: Im Zauberwald taucht jede Nacht ein Müllhaufen auf.
Mit seinem Team: Grauwacke (Der Kater) und Jessamy (Die Elfe) legt er sich im Zauberwald auf die Lauer.
Die Verdächtigen: Doktor Bellheimer, Zwerge, Elfen, Zauberer.
Sie forschen bei den Elfen und auf dem Verbotenen Markt.

Mir hat das Buch gefallen, weil es lustig und spannend ist.
Ich freue mich auf die Fortsetzung.
Altersempfehlung: 7-14 Jahre

 

„Marthas Boot“ von Polly Horvath

Geschrieben von Emilia, 9 Jahre, Kinderuni-Kind 2022

Als die vier Schwestern, Fiona, Natasha, Marlin und Charlie erfahren, dass ihre Eltern in ihrem ersten Urlaub ums Leben gekommen sind, sind sie erstmal geschockt. Eine Zeitlang geht alles gut. Sie kommen bei der Kirche unter, aber bald müssen sie schon wieder gehen. Eine Verwandte meldet sich und sagt, dass sie sie aufnehmen könnte. Kurz bevor die Mädchen ankommen stirbt auch sie! Die Mädchen wollen auf keinen Fall getrennt werden. Werden Fiona, Natasha, Marlin und Charlie eine Lösung finden, wie sie zusammen bleiben können?
Mir hat das Buch gefallen, weil es spannend, aufregend und interessant ist.
Altersempfehlung: neun bis zwölf Jahre

 

„Wie Urmenschen. Urmenschen vor Kinderwagen.“

Timur Vermes legt seinen dritten Roman vor. Falls es einer ist.

Von Thomas Fischer (2022)

Sitzen eine Frau und ein Mann in einer U-Bahn… So beginnen schlechte Witze, so stellt sich aber auch die Ausgangssituation des Textes mit dem kurzen und bündigen Titel „U“ dar, den Timur Vermes als sein drittes Buch vorlegt:

Eine übermüdete Verlagsmanagerin und ein verkrachter Fernsehlaufbursche befinden sich nachts als einzige Fahrgäste in einer U-Bahn. Beide wollen nur noch schnell nach Hause, doch daraus wird nichts. Die U-Bahn fährt und fährt und fährt – und weit und breit keine nächste Station. weiterlesen

Das Mädchen mit den Zöpfen

Von Laura Prokop und Ilka Welskop (2021)

"Es gibt Gutes und es gibt Schlechtes. Und gegen das Schlechte muss man kämpfen."
Wir schreiben das Jahr 1941. In den Niederlanden regt sich Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Auch die damals 15-jährige Freddie Oversteegen begibt sich, gemeinsam mit ihrer Schwester Truus, in lebensgefährliche Widerstandsaktionen. Was für das Mädchen mit den zwei geflochtenen Zöpfen jedoch zunächst wie ein spannendes Erlebnis beginnt, wird zunehmend ernster.  weiterlesen

Über Klo-Taxis und Käse fahrende Mäuse

Von Annabell Stannat, Luisa Steinhoff, Martha Steinhoff, Mirja Suhany, Carla Verhoeven, Ayse Yigit  (2021)

„Hey, hey, hey, Taxi!“ von Saša Stanišić nimmt die Leser*innen mit auf 28 kurze, kuriose und sehr fantasievolle Reisen. Der Autor versichert, dass er sich die Geschichten mit seinem Sohn ausgedacht hat, und der kindliche Nonsense wirkt wunderbar echt. Stanišić, der mit seinem Roman „Herkunft“ den Deutschen Buchpreis gewann, lädt uns im „Vorort” [!] seines ersten Kinderbuches ein, die Geschichten nicht nur vorzulesen, sondern auch zu verändern, in ein eigenes Abenteuer zu verwandeln und dies mit dem Kind zusammen zu erleben. weiterlesen

Gut festhalten – Deine Reise durch die Kunstgeschichte beginnt jetzt!

Von Raffaela Cron, Malin Rumler, Lisa Scheffler (2021)

Große Kunst für alle! James Browns und Helana Hunts „A World of Art“, so lautet der stimmigere Originaltitel, lädt die Leser*innen auf eine spannende Reise ein, die mit der Höhlenmalerei beginnt und bei der Pop-Art endet. Für den ersten Einblick in die Welt der Kunst werden junge Leser*innen mit Hilfe von 30 Bildtafeln durch verschiedene Stationen der Kunstgeschichte geführt – von der Antike über die Renaissance bis zum Surrealismus und von anschaulichen und detaillierten Erläuterungen so unterschiedlicher Techniken wie Wachsausschmelzverfahren von Bronzeskulpturen oder Methoden der Lichtführung.  weiterlesen

Alles ist wie immer. Alles ist anders.

Von Felicia Kukry, Carina Mai, Annika Maida, Vanessa Moch und Melina Nitsche (2021)

Nicht nur Vingas äußeres Leben verändert sich. Auch in ihr selbst hat sich etwas getan. Ihre Eltern sind getrennt, ein neuer Bruder ist auf dem Weg und ihre Mutter zerfließt in Tränen. Und Vinga? Sie träumt vom Wind, mit dem sie weit fortsegeln kann. Hinaus mit ihrem Boot, ganz alleine auf das stürmische Meer. Hauptsache ohne nervige Mütter und viel zu glückliche Väter. Sie möchte nicht mehr dorthin, wo Herzen verrutschen, sondern dahin, wo Opa, ihr bester Freund und Ruhepol, Seemannslieder pfeift.  weiterlesen

„Weil auch in diesen Zeiten irgendwer das Richtige tun muss, einfach, weil es richtig ist.“

Von Tavina Emmerich, Astrid Gawenda, Vera Hoos, Judith Kölkes, Jana Kramer, Parasto Rahimi (2021)

Penzberg 28. April 1945, südlich von München. Wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkriegs erreicht die Bürger*innen die Nachricht des Sieges der amerikanischen Soldaten über das Nazi-Regime. Was als Botschaft der Hoffnung beginnt, endet in der Ermordung von 16 Bewohner*innen der Kleinstadt. Während diejenigen Erwachsenen, die die nationalsozialistischen Ideologien ablehnen, sich auf die Ankunft der befreienden Truppen vorbereiten, marschiert die Wehrmacht noch in Penzberg ein. Und die ordnet an, dass die Widerständler des Ortes hingerichtet werden.
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Sockenchaos am Abend - Wie die Socken an die Füße und die Kinder ins Bett kommen

Von Ellen Alda, Aleyna Alkaya, Liza Atug, Josephine Baker, Lisa Reichert (2021)

Wenn die Rüben-Familie, samt Esel, Hund und Huhn, Zubettgehen soll, beginnt das Chaos. Aber zu erzählen, wie das Einschlaf-Ritual abläuft, wenn man müde ist, ist gar nicht so einfach. Da kann schon mal etwas durcheinanderkommen. Oder schüttelt ihr vor dem Schlafengehen den Esel und trinkt aus dem See? Mit Wortspielereien und sehr viel Witz führt die Familie Rübe die Leser*innen durch ein chaotisches, verspieltes und kontrastreiches Bilderbuch. Hier steht der Witz des Nonsens, durch absurde Situationen und Sprachspielereien, vor dem Sinn des Verstehens. Dabei gehen die durcheinander gewürfelten Reime und die detailreichen Bilder Hand in Hand und pointieren das Chaos. weiterlesen

Unschuldig in der Todeszelle

Von Jasmin Friesen, Julia Vogelsberg, Milena Voss und Lea Weber (2021)

Zehn Jahre lang hast du nichts mehr von deinem Bruder gehört – bis heute. Heute hältst du einen Brief in der Hand, der alles verändert. Dein Bruder sitzt in der Todeszelle und möchte dich vor seiner Hinrichtung noch ein letztes Mal sehen. In dieser Situation findet sich der 17-jährige Joe Moon wieder. Er wächst mit zwei älteren Geschwistern in schwierigen Verhältnissen auf. Als Joe gerade ein Jahr alt ist, wird der Vater ermordet. Überfordert mit der Situation als alleinerziehende Witwe, versucht die psychisch labile Mutter ihren Kummer mit Alkohol und Drogen zu bekämpfen und wird abhängig.  weiterlesen

Als zwei Welten auf einander prallen und ein Feuer entfacht wird

Von Samira Charif, Anna Dröber, Nouri Hawae, Kathrin Jörges, Kimberly Joline Klein und Mara Terjung (2021)

Einen kurzen Augenblick - wenige Momente. Das ist alles, was die beiden Jugendlichen Sasha und Richard in diesem ergreifenden Werk von Dashka Slater miteinander teilen. Und doch verbindet die beiden sehr viel mehr, denn sowohl Sasha als auch Richard haben im Alltag mit Schubladendenken zu kämpfen. „Weiblich” oder „männlich”? „Schwarz” oder „weiß”? Das binäre gesellschaftliche System stellt für beide eine Herausforderung dar.  Beispielsweise findet sich Sasha nicht in dem binären Geschlechtersystem wieder und identifiziert sich mit dem Pronomen „sier“, welches die Autorin zum Ausdruck einer genderneutralen Perspektive und differenziertem Identitätsspielraum aufgreift. weiterlesen

Die Länge einer Stadtmauer kann man auch googeln!

Von David Ritgens, Michelle Samol und Carmen Schineller (2021)

Eine Klassenfahrt ohne Handys, ohne Freizeit, aber dafür mit dem Albtraum eines jeden Zehntklässlers: dem Utz. Ein schon quasi pensionierter, auf seine Prinzipien bestehender Geschichtslehrer, dem Sanktionen für schlechtes Benehmen mindestens genauso wichtig sind wie tägliche Kirchenführungen. Die zahlreichen Schülerreferate und langen Reisebusfahrten müssen von der 10b in einem Reiseprotokoll festgehalten werden, welches sich im Laufe der Klassenfahrt zu einem Selbstverständigungsmedium verändert. Es dokumentiert die Frustration und Schikane ebenso wie die Entwicklung zu einer starken Klassengemeinschaft. Doch was ist mit der 10b passiert, dass direkt nach ihrer Rückkehr eine Klassenkonferenz einberufen wurde und wo sind sie eigentlich hingefahren? weiterlesen

Kommen Ihmchen, wenn man sie ruft?

Von Johanna Leonhardt, Annika Mast, Anna Möller und Svenja Schreiber (2021)

Nein, es ist nicht wie ein Vernutzel und schon gar nicht wie eine Grätsche. (Ja, Sie haben richtig gelesen, denn diese Wesen begegnen Ihnen gleich zu Beginn in Reemtsmas fantastischer Geschichte. Aber weiter im Text.) Es ist viel mehr als das, viel besser. Es ist der Porsche unter den Haustieren. Und jetzt ist es weg. Kurtpeter hat sein Ihmchen, seine Gnaupe, verloren. Da hilft nur Suchen – auch, wenn er ungern sucht und schon gar nicht, wenn es weiter weg ist. Begleitet wird er von Beinelars, den er zufällig auf der Straße trifft. Und von Linse, die am liebsten ziemlich anstößige Matrosenlieder singt. weiterlesen

Nicht perfekt, aber ziemlich schön.  

Von Lisanne Leonartz, Serafina Segets, Marie-Sophie Sohn und Margarethe Stauber (2021)

In einer Welt, in der eine alleinerziehende Mutter mit drei Töchtern lebt, das Zimmer gerade mal Platz für ein Dreifach-Stockbett hergibt und in der das Geld weder für einen Cappuccino  und schon gar nicht für die Klavierstunden der kleinen Schwester reicht, hat man es nicht leicht. So geht es der 16-jährigen Maia. Ihr Leben ist alles andere als perfekt. Als dann noch Sieglinde, der Oma-Ersatz von Nebenan verstirbt, wird es für die kleine Familie noch schwieriger.  weiterlesen

„Und bam. Die Pumpe. Die Pfoten. Ida.“

Von Thomas Fischer (2021)

Wie trifft man die Sprache der Jugend, wenn man selber keine Jugendliche mehr ist? Viele beeindruckende Klassiker der KJL wurden von Leuten in fortgeschrittenem Alter verfasst: Mark Twain, Lewis Carroll, Jerome Salinger und Wolfgang Herrndorf hatten alle die Dreißig deutlich überschritten, als sie ihre Held*innen in die Welt hinausschickten. Dennoch haben sie auf sehr unterschiedliche Weise den richtigen Ton getroffen.  weiterlesen

Heimat ist mehr als ein (W)Ort             

Von Caroline Kohnen und Daniel Lemke (2020)

Von jetzt auf gleich, zumindest fühlt es sich für Emma so an, zieht sie mit ihrer Familie aus Dublin ins ostdeutsche Dorf Velgow in Mecklenburg-Vorpommern. Von der Großstadt ins Provinzkaff. Aus der Heimat in die Fremde. Weg. – Emma plagt Heimweh und sie möchte am liebsten sofort wieder zurück back home. Doch in der Schule lernt sie Levin kennen, einen Jungen mit ausgefallenem Kleidungsstil und einer ebenfalls ausgefallenen Familie. Doch was jetzt folgt, ist keine konventionelle Liebesgeschichte: Levin bietet Emma an, ihr bei der Heimreise zu helfen und einen ‚Fluchtplan‘ zu entwickeln... weiterlesen

„Wo ich auch bin, ich inhaliere gelben Rauch, nichts geht über fett Rumhäng‘…“ oder: Berliner Kindheit um 2020

Von Thomas Fischer (2020)

Der Stand-Up-Comedian Felix Lobrecht, der selbst unter prekären Bedingungen in Berlin-Neukölln aufwuchs, legt mit Sonne und Beton seinen ersten Roman vor.
Vier Jungs aus einer Berliner Problemschule erleben einen außergewöhnlichen Sommer im proletarischen Berlin. Sie chillen, kiffen, prügeln sich mit den anderen „Kanaken“, haben ihre ersten sexuellen Abenteuer – und gelegentlich gehen sie sogar mal zur Schule. Leider tun sie dies aber nicht nur zum Lernen: Der Berliner Senat hat ausnahmsweise Geld in die Hand genommen, um dem städtischen Nachwuchs eine ordentliche IT-Ausbildung angedeihen zu lassen. Doch die vielen nagelneuen Computer werden nie ihrem Zweck dienen, denn Lukas, Gino, Julius und Sanchez brechen in ihre Penne ein, um diese Geräte zu verticken. weiterlesen

Wäre es nicht toll, in einem Computerspiel zu leben?

Von Konstantin Veil (12 Jahre)

Diese Frage stellt Ursula Poznanski in ihrem neuen Roman „Cryptos“. Die Welt – irgendwann nach dem Jahr 2150 – ist durch den Klimawandel weitestgehend zerstört, deshalb flüchten die meisten Menschen in virtuelle Realitäten. Ein Großkonzern ist auf die Idee gekommen, sehr viele verschiedene und sehr interessante Welten zu programmieren. Einige funktionieren wie ein Ballerspiel, andere sind sehr friedlich und harmonisch, es gibt z.B. Urlaubs-, Arbeits-, Vergangenheits- und Strafwelten und noch vieles mehr. Zutritt zu den virtuellen Welten erhalten die Nutzer*innen über Kapseln, die der Konzern in alten Gebäuden aufstellt. Die Kapseln funktionieren wie ein Bett, man legt sich hinein, wird über eine Art Raumanzug mit Nährstoffen versorgt und in die Welt seiner Wahl geschickt.
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„Ein Schulversager bekommt eine Stimme“ – aber was für eine…

Von Thomas Fischer 2020

Es gibt Jugendbücher über Amokläufe, bei denen der Spagat zwischen pädagogischem Impuls und ästhetischer Qualität gelingt: Aus neuerer Zeit wären hier etwa Morton Rhues „Ich knall euch ab!“ (OA „Give a Boy a Gun“, 2000) oder das weniger bekannte „Erschieß die Apfelsine“ (OA „Sjkut apelsinen“, 2010) des Schweden Mikael Niemi, der im deutschen Sprachraum eher durch den großartigen Coming-of-Age-Roman „Populärmusik aus Vittula“ bekannt geworden ist, zu nennen. Es gibt aber auch Beispiele dieses Genres, bei denen der erhobene Zeigefinger geradezu penetrant zwischen den Seiten hervorschaut; solche eignen sich dann eher für soziologische Untersuchungen als für den literarischen Genuss. weiterlesen

„Ein ganzer Sommer unter dem Himmel“

Von Thomas Fischer (2020)

Das Freibad ist ein beliebter Schauplatz für Kinder- und Jugendliteratur: Zu nennen wären hier aus neuerer Zeit etwa Martina Wildners Königin des Sprungturms (2013) oder das eher für junge Erwachsene geeignete Dahlenberger von Florian Wacker (2015). Denn alle, die das Freibad lieben, kennen diese Typen, die fiesen und die netten, die dort Tag für Tag herumlaufen und auch in Will Gmehlings Roman Freibad vorkommen: Der dicke Bademeister mit dem strengen Blick, der nette Pommesverkäufer, der junge Rettungsschwimmer, von dem sich besonders die weibliche Jugend gerne einmal wiederbeleben ließe… weiterlesen

Das Lied von Vogel und Schlange – PanemX

Von Konstantin (12 Jahre)

Das Buch „PanemX“ ist eine Ergänzung zu der Buchreihe „Die Tribute von Panem“ und handelt von President Snow als Jugendlichem. 64 Jahre vor der Original Trilogie werden die 10. Hungerspiele von Panem beschrieben. 
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Auf Störtebekers Spuren
Der Schatz des berühmten Piraten

Von Rieke Lucas, Isabel Reiners, Alina Rischel, Christina Schmidt, Ylenia Schmitz und Anne Schumacher (2020)

Hisst die Segel!
Mit Uwe Timms „Der Schatz auf Pagensand“ von 1995 steht euch ein Segelabenteuer der Extraklasse bevor. Hautnah begleitet ihr Jutta, Benno, Georg und Jan bei ihrer Suche nach dem legendären Störtebeker Schatz. Mit der Jolle „Freundin der Winde“ begeben sich die Vier auf die Elbe und setzen sich dabei nicht nur Naturgewalten aus, sondern treffen auch auf eine Räuberbande und ihre Freundschaft wird immer wieder auf die Probe gestellt. weiterlesen

Die Macht der Illustration

von Anna Paulina Goeke, Nora Höltge, Victoria Kirchner, Laura Knapp und Lukas Köpf (2020)

Was hält unsere Welt eigentlich zusammen? Auf diese Frage gibt es sicherlich nicht nur eine Antwort und zudem nicht nur Antworten, die einem Fachgebiet entstammen, da hier gesellschaftliche, physikalische, geographische und weitere wissenschaftliche Gebiete eine Rolle spielen. Wie kann man die Komplexität einer solchen Thematik ohne Verfälschungen in verständlich umsetzen und zusätzlich das Ganze noch kindgerecht gestalten? weiterlesen

Bianca – Die Perspektive macht die Geschichte

Von Julia Smarsly, Matthias Stagge, Lena Terp, Thorben Wellmann, Eva Zimmermann und Maria Zydek (2020)

Wie ist es, immer im Schatten des herzkranken Bruders zu stehen? Was fühlt man, wenn die Eltern geschieden sind? Wie ist es, sich innerhalb der Familie ausgegrenzt oder nicht dazugehörig fühlt? Und was passiert, wenn plötzlich die Lieblingsschauspielerin mitten im Raum steht?
Mit diesen und anderen Fragen begleiten wir die 12-jährige Bianca an einem für sie ganz besonderen Nachmittag. In dem Kurzroman „Bianca“ erleben wir unverblümt die Gefühlswelt und die Gedankenströme aus der Perspektive des „schwierigen“ jungen Mädchens. weiterlesen

Beste Freundinnen auf Draculas Spuren

verfasst vom Les(e)bar-Kinder-Corona-Kollektiv 2020

Lara Schützsacks Kinderroman “Tilda, ich und der geklaute Dracula” erschien im September 2019. Er richtet sich an Leser*innen ab acht Jahren und erzählt die Geschichte der besten Freundinnen Tilda und Oda, die sich als Detektive ausprobieren, um einen entführten Hund und – sozusagen nebenbei – ihre Freundschaft zu retten.

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Das kleine Klimaheld*innen-Einmaleins oder
wie auch Du Deine Zukunft gestalten kannst!

von Nina Eichholz, Carolin Fischer, Karlotta Fischer, Charlotte Fleuster, Anne Gehring und Paula Gey (2020)

Warum kämpft eigentlich Greta Thunberg für den Klimaschutz und weshalb ist er überhaupt so wichtig? Wie ist aus dem stillen Mädchen, das alleine vor dem schwedischen Reichstag protestierte, die wichtigste Klimaaktivist*in unserer Zeit geworden, die die weltweiten Fridays-for-Future-Proteste initiierte? Und welchen Beitrag kann jede*r einzelne von uns zum Klimaschutz leisten? Einige Antworten auf diese Fragen liefert das Buch „Unsere Zukunft ist jetzt! . weiterlesen

„Oscar ist tot, weil ich ihm beim Sterben zugesehen habe.“

Victor Jestins Romandebüt "Hitze"

von Thomas Fischer (2020)

Sommerferien in einem spießigen Campinglager an der französischen Küste. Der siebzehnjährige Léonard beobachtet den Suizid eines anderen Jungen. Anstatt die Tat zu verhindern, verbuddelt er den Leichnam in einer Düne. So spektakulär beginnt der kurze Roman Hitze von Victor Jestin, und so ratlos ist man nach den ersten Seiten. Erst ganz allmählich wird der „acte gratuit“, die seit André Gide in der französischen Literatur bekannte, scheinbar völlig sinnlose Handlungsweise verständlich. weiterlesen

Eine Sammlung außergewöhnlicher Liebesgeschichten:

Die Anthologie „Liebe – Geschichten über das größte Gefühl der Welt“ (2020)

von Thomas Fischer (2020)

Der Diogenes-Verlag ist bekannt für seine zahlreichen Anthologien, die von Feriengeschichten über Krimis bis zu Kinder- und Jugenderzählungen reichen und sich hervorragend für die sommerliche Strandlektüre eignen. Auch wenn Corona dieses Jahr die Urlaubsmöglichkeiten stark einschränkt, lohnt es sich, eine dieser Sammlungen einmal näher zu betrachten. Die druckfrische Anthologie Liebe – Geschichten über das größte Gefühl der Welt, ausgewählt von Anna von Planta und Noemi Bünzli, enthält zehn Geschichten von sechs Autorinnen und vier männlichen Schriftstellern.  weiterlesen

„Texte, die bleiben sollten“

Wolfgang Herrndorfs wirklich allerletztes Buch "Stimmen"

von Thomas Fischer (2020)

Der Maler und Schriftsteller Wolfgang Herrndorf, dessen Roman Tschick beinahe Weltruhm erlangte, litt an einem Gehirntumor; er starb von eigener Hand im August 2013, als die Folgen der Krankheit unerträglich wurden. Wie einst Franz Kafka bestimmte er, das seine Nachlassmaterialien, mit sehr wenigen Ausnahmen, vernichtet werden sollten – und anders als bei Kafka haben sich Herrndorfs Erben an diese Verfügung gehalten. Daher umfasst das schmale Oeuvre des Autors neben drei Romanen und einigen Bänden mit Kurzgeschichten nur noch das Fragment Bilder deiner großen Liebe aus dem Nachlass, das eine Fortsetzung zu Tschick werden sollte. weiterlesen

„Jehova, desto doofer“? –
Ein Coming-of-Age-Roman, der sich um ein differenzierteres Bild der Zeugen Jehovas bemüht

von Thomas Fischer (2020)

Wir kennen zwar alle die älteren Damen und Herren, die bei Wind und Wetter an Bahnhöfen und in Einkaufspassagen stehen und Broschüren wie „Der Wachtturm“ oder „Das Ende der Welt ist nahe“ anbieten. Und vielleicht weiß man auch noch, dass diese Gemeinschaft keine Geburtstage und Weihnachtsfeste feiert und Bluttransfusionen ebenso ablehnt wie alternative Lebensweisen, etwa Homosexualität. Doch wie sieht es im Inneren dieser endzeitlichen Sekte aus? Wie gestaltet sich der streng reglementierte Alltag besonders der jungen Mitglieder? weiterlesen

Der Vogelschorsch -
Die „Verzweigungen“ einer außergewöhnlichen Freundschaft

von Martha Hachenberg, Janina Sohn, Franziska Wilkes & Aileen Wittköpper (2020)

„Der Vogelschorsch“ von Hannes Wirlinger ist ein berührender Jugendroman über eine ganz besondere Freundschaft, über Verbundenheit und die Erkenntnis, dass Freud und Leid nah bei einander liegen können. In einer Rückschau, die aber immer nah an der Hauptgeschichte bleibt, erinnert sich Lena an ihre Zeit als 14-Jährige in einem kleinen österreichischen Dorf zurück. Ihr Alltag ist geprägt durch ständige Streitereien der Eltern, der damit verbundenen Angst einer Trennung und den Tücken des Erwachsenwerdens. Ihre Freizeit verbringt Lena größtenteils mit ihren Freunden, dem Mühltaler Max und dem Lederer Lukas. weiterlesen

 

Rapunzel - Neu illustriert

von Melanie Bohlen, Richard Frömming, Laura Gebert, Linda Kalinke und Charlotte Streitenberger (2020)

Seit Jahrhunderten wird das Märchen der Brüder Grimm, das die Geschichte von Rapunzel mit ihrem langen goldenen Haar und ihrer Gefangenschaft in einem hohen Turm erzählt, weitergetragen und vorgelesen. Über viele Generationen hinweg wird wohl kaum ein Kind ohne den berühmten Satz “Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter!” aufgewachsen sein. Im Laufe der Zeit wurden verschiedene schriftliche Fassungen des Märchens veröffentlicht und schmücken seither nicht nur deutsche Bücherregale. Doch auch über die schriftlichen Werke hinaus, wurde die Geschichte von Rapunzel in den verschiedensten Medien, wie Film, Musik und Kunst immer wieder aufgegriffen und neu inszeniert. Nun wird das alte Märchen der Brüder Grimm sprachlich von Gertrud Posch und Annabel Lammers überarbeitet und mit zarten Illustrationen von Francesca Dell’Orto neu gestaltet. Dabei schafft es Dell’Orto, dem Märchen mit ihren fast zauberhaften Bildern eine neue Magie einzuhauchen. 

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Feminismus –
Ist das noch relevant oder kann das weg?

von Klara Lantiat, Lena Merkel, Eva Swiatkowski, Christina Unglaub (2020)

Wer hat es nicht alles schon gehört: „Feminismus? Das sind doch immer die, die oben ohne demonstrieren!?“ „Das mir alles viel zu radikal!“ oder „Das sind alles nur militante Frauen und Männerhasser!“. In Zeiten von #Metoo und Gender Pay Gap ist das Thema Feminismus aktueller denn je. Warum also löst der Begriff trotzdem bei einigen Menschen immer noch Angst, Schrecken und Abneigung aus? Auf diese Frage kann das Sachbuch von Juliane Frisse zwar nicht direkt antworten, allerdings bietet es einen facettenreichen und sachlichen Überblick, mit welchem sich die Leserschaft eine informierte und differenzierte Meinung bilden kann. Somit hat es das Potential den negativen Assoziationen und Gefühlen bezüglich des Themas Feminismus entgegenzuwirken, vielleicht sogar diese abzubauen.

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Mit Sasja den Tod verstehen?!

von Chiara Gieseler, Maike Ohngemach, Pia Schmidt (2020)

Was ist der Tod? Und was passiert danach? Auch Sasja stellt sich diese existenziellen Fragen, als seine Mutter stirbt und vom Tod persönlich in dessen Reich jenseits des Meeres gebracht wird. Eine abenteuerliche und emotionale Reise über Leben, Tod und die eigene Stärke beginnt. Der junge Sasja ist überzeugt davon, seine Mutter retten zu können und stößt dabei in einer fantastischen Welt der Kinderliteratur auf immer neue Hindernisse. Gleichzeitig lernt er die unterschiedlichsten Freunde kennen, die ihm zur Seite stehen und mit ihm die dort herrschende Ordnung grundsätzlich in Frage stellen.                

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Die Weltkarte der Schrift —
ein Sachbuch im Comic-Stil

von Martha Fabian, Görgen Fabian und Martha Zähe (2020)

Sobald Kinder Lesen und Schreiben lernen und ihr erstes Buch in der Hand halten, wird ihr Interesse für Schrift und Sprache geweckt. In “Es steht geschrieben. Von der Keilschrift zum Emoji” von Vitali Konstantinov können die jungen LeserInnen die Geschichte der Schriftkultur von ihrem Ursprung aus miterleben. Das Comic-Sachbuch beantwortet die Frage, wie und wo verschiedene Schriften entstanden sind und wie sie sich entwickelt haben.

Konstantinov gibt einen geschichtlichen Überblick über die entscheidende Kulturtechnik des Menschen und veranschaulicht eindrucksvoll die Vielfalt der Schrift.

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Kafka für Kinder

von Virginia Franke, Laura Krakowski, Lena Sophia Pustet, Kevin Reinartz, Jasmin Yildirim, Dilara Zilifli (2020)

Was geschieht, wenn man bemerkt, dass man sich eines morgens in einen Käfer verwandelt hat und das zu allem Verdruss niemand anderem auffallen will? Ist es falsch anders zu sein, oder darf man sich guten Gewissens zu seiner eigenen Andersartigkeit bekennen? Diese Fragen versucht Lawrence David in seinem Buch „Hilfe, Gregor ist plötzlich ein Käfer“ zu beantworten. Hierzu transformiert David die Essenz aus Kafkas Geschichte „Die Verwandlung“ und wandelt selbige für Kinder gewinnbringend um. In Davids Version verfolgen die Leser*innen den Jungen Gregor Sampson, der sich eines morgens als Insekt vorfindet. Als wäre dies nicht genug, muss Gregor zudem feststellen, dass ihm bis auf seinen Schulfreund niemand genug Beachtung schenkt, um seine missliche Lage wahrzunehmen. weiterlesen​​​​​​​

 

Der etwas andere Museumsbesuch
mit Oma im Ohr

von Vera Feller, Katja Habering, Mariana Kovacevic und Malina Prost (2020)

Möchte man dem vielfach ausgezeichneten Autor Nikolaus Heidelbach Glauben schenken, ist es ein Leichtes, die eigene Enkeltochter durch einen klugen Trick für die Welt der Kunst zu gewinnen. Bei einem gemeinsamen Besuch im Wallraf-Richartz-Museum Köln versetzt sich Almas Oma auf wundersame Weise in die verschiedenen Gemälde hinein. Oma diskutiert mit Alma über den Audioguide den Inhalt der Bilder und findet so eine dialogische, aber doch humorvolle Lehrmethode, die den Kindern einen Einblick in die Kunst ermöglicht. Dies ist ohne Zweifel ein charmanter Schachzug, um die Kinder in den Bann zu ziehen und lässt sich auch über die Abbildungen im Bilderbuch gut auf die Leser*innen übertragen. Allein schon die Neugier, wo die Oma versteckt ist, hat die genauere Auseinandersetzung mit dem Bild zur Konsequenz.

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Pressler, Mirjam: Dunkles Gold

Von Münzfunden und anderen Schätzen:
Mirjam Presslers letztes Werk „Dunkles Gold“

von Thomas Fischer (2020)

Über Jerome D. Salinger, den Autor des „Fängers im Roggen“, geht das Gerücht, in einem Bunker seines Anwesens lagerten noch Dutzende unveröffentlichter Romanmanuskripte. Man möchte wünschen, dass dies auch auf die vor einem Jahr verstorbene Schriftstellerin und Übersetzerin Mirjam Pressler zuträfe. Doch wenn nicht, ist „Dunkles Gold“ leider ihr letztes Buch. Im Jahr 1998 wurde bei Bauarbeiten in der Altstadt von Erfurt ein Schatz aus Hunderten von Münzen, Schmuckstücken und wertvollen Behältern gefunden, unter denen ein jüdischer Hochzeitsring mit der hebräischen Aufschrift „Masal Tov“ („Viel Glück“) der wertvollste Gegenstand ist. Dieser Schatz, der jetzt in der Alten Synagoge von Erfurt ausgestellt wird, hat Mirjam Pressler zu einem spannenden Roman inspiriert.

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Eine Jugend in Ost-Berlin ohne Beschönigung

Matthias Friedrich Mueckes Debüt

Von Thomas Fischer (2020)

Wie war das eigentlich, in Ost-Berlin direkt an der am schärfsten gesicherten Grenze der Welt aufzuwachsen? Der bislang nicht als KJL-Autor in Erscheinung getretene Berliner Maler und Grafiker Matthias Friedrich Muecke (Jahrgang 1965) schickt sich an, in einem vermutlich autobiographisch inspirierten Buch diese Frage zu beantworten. Der Ich-Erzähler M. Findig, der nach einem missglückten Sprung vom Zehnmeterturm nur noch „Nacktarsch“ genannt wird, berichtet in einer Folge kurzer Episoden von seinem Alltag im Pankow des Kalten Krieges. weiterlesen