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Titelbild
Sarah Weeks:
So B. It
Heidis Geschichte

Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit
München: Hanser 2005
224 S., € 15,90

Weeks, Sarah: So B. It

Was heißt Soof, Mama?

von Nina Schmitz und Lena Hopp  (2006)

Heidi hat eine Menge Fragen, aber „Tee, Heidi? Tee?“ ist alles, was Heidis Mutter darauf sagen kann. Denn Heidis Mutter, die sich selbst nur „So B. It“ nennt, ist geistig behindert und kennt genau 23 Wörter. Eines davon ist „Soof“. Dieses Wort haftet an Heidi „wie eine kleine Klette“, und sie muss unbedingt herausfinden, was es bedeutet. Alles, was die Zwölfjährige über ihre Vergangenheit weiß, ist, dass sie und ihre Mutter eines Tages vor der Tür einer Frau namens Bernadette auftauchten und diese sich fortan um die beiden kümmerte. Doch auch sie kann Heidi keine Antworten zu den Rätseln ihrer Vergangenheit geben. Oder soll Heidi Bernadette glauben, die immer sagt: „Es gibt Dinge im Leben, die kann man einfach nicht wissen.“? Irgendwann beginnt Heidi mit ein paar Fotos, die sie vor kurzem fand und die ihr einige Anhaltspunkte geben, nach der Wahrheit zu suchen, die offenbar in einem Ort namens Liberty verborgen liegt.

Mit „So B. It“, ist Sarah Weeks ein ganz besonderes Kinder- und Jugendbuch gelungen, das sich mit den elementaren Fragen des Lebens, wie ‚Wer bin ich?’ und ‚Wo komme ich her?’ beschäftigt, welche auch Heidi sich - allerdings unter erschwerten Bedingungen - stellt. Diese ernsten Themen werden durch außergewöhnliche Charaktere bereichert, die trotz aller Einschränkungen versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Spannung und Überraschungen, aber auch Rückschläge kennzeichnen Heidis Suche nach ihrer Herkunft in diesem Buch.

Die in New York lebende Autorin lädt ihre Leser ein, zusammen mit der Ich- Erzählerin Heidi, auf eine geheimnisvolle Reise zu gehen. Heidi reist allein, da Bernadette aufgrund einer Krankheit, die sich Agoraphobie nennt, das Haus nicht verlassen kann und Heidis Mutter panische Angst vor Bussen hat. Auf ihrem Weg quer durch die USA findet das Mädchen eine Menge über sich und ihre Familie heraus.

Die Fotos führen sie zu einem Behindertenheim, in dem ihre Mutter einst lebte. Dort erfährt Heidi, dass „Soof“ der Kosename ihrer Mutter ist. Heidis Vater hat sie so genannt und daran hängen all ihre Erinnerungen. Das Mädchen lernt sowohl ihren Vater, ebenfalls ein Bewohner des Heims als auch ihren Großvater, den Leiter der Anstalt, kennen. Sie weiß nun, wie sie wirklich heißt: Heide DeMuth.
Mitten in diese Ereignisse platzt ein Anruf von Bernadette. Doch vor lauter Aufregung überhört Heidi den Hilferuf am Telefon: „Deine Mama und ich, wir brauchen dich hier.“ Warum, muss Heidi am Schluss des Buches schmerzlich erfahren: Ihre Mutter stirbt. „‚Bis bald, Heidi? Bis bald?’ ‚Wiedersehn, Mama’, flüsterte ich.“

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