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Bröger, Achim:
So klein und schon verknallt? Und andere Geschichten vom Liebhaben
Illustrationen von Jan Jutte.
Würzburg: Arena 1997.
(Arena LeseStier)
64 S., € 5,-.

Bröger, Achim (Text) und Jan Jutte (Illustration): So klein und schon verknallt? Und andere Geschichten vom Liebhaben

Kleine Leute – große Freundschaften

von Viola Freitag (1996)

Wenn Julian von Anne träumt, wird es immer so schön in ihm. Dann möchte er am liebsten nicht gestört werden. Aber selbst wenn ihn seine Mutter, diese Stimmungskaputtmacherin, aus den Anne-Gedanken reißt mit ihren Hausaufgabenaufräumfragen, ist das nicht weiter schlimm. Das Anne-Herdenken ist für Julian nämlich puppig einfach. Er klappt die Augen zu und schwupp – ist sie wieder da. Mit ihren tollen schwarzen Haaren und dem braunen Gesicht findet er Anne richtig schön. Aber dass er Anne so gern mag, erzählt er keinem und schon gar nicht seiner Schwester. Bestimmt sagt sie: „Also, so klein und schon verknallt.“

Mit dieser witzig-sinnlichen Geschichte beginnt Achim Bröger sein Buch in der Reihe der Arena-Leseanfängergeschichten. Vier kurze Erzählungen berichten von Kindern, die intensive Freundschaftsgefühle zueinander haben.

Miriam erfährt, dass Freundschaft auch mit schmerzhaftem Abschied verbunden sein kann. Sie muss mit ihren Eltern in eine andere Stadt umziehen und fühlt sich miserabel. Die Trennung von ihrer besten Freundin Laura fällt ihr besonders schwer. Fast hätte Miriam vergessen, dass sie der Freundin zum Abschied ihren heißgeliebten Teddy schenken wollte. Plötzlich ist alles nicht mehr so schlimm. Beiden wird klar: Sie können sich immer wieder treffen, die allerbesten Freundinnen.

Jörn hat Özkan als „Kotztürke“ beschimpft. Darüber ist Philipp sehr entrüstet. Auch wenn Jörn ein super Fußballspieler ist, wird Philipp den jetzt nicht mehr in seine Mannschaft wählen. Für ihn ist klar: Den Özkan, den mag er – zu dem steht er.

Versehentlich haben Maike und Florian sich in die Speisekammer eingesperrt. Sie sind schon lange befreundet, aber in letzte Zeit haben sie sich ziemlich anstecken lassen von dem „Mädchen-doof“- „Jungen-doof“-Getue der anderen. In ihrem unfreiwilligen Gefängnis fühlen sie wieder so richtig, wie gerne sie sich mögen.

In seinen Geschichten vom Liebhaben erzählt Achim Bröger lebendig aus der Erlebniswelt und dem Alltag von Kindern im Grundschulalter. Auf humorvolle und leicht verständliche Weise werden unterschiedliche Freundschaftsbeziehungen thematisiert. Die Gefühle der Kinder sind gut nachvollziehbar. Viel Pep erhalten die Texte durch die witzigen, leicht karikierenden Farbillustrationen des Niederländers Jan Jutte.

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