‚Alles andere als der Ernst des Lebens‘ oder Eine ungewöhnliche Babysitterin
Von Victor Butt, Marlene Jordan, Mara Klötgen, Svea Kuhn, Lucie Sombroek (2026)
Das von Nikolaus Heidelbach geschriebene und illustrierte Bilderbuch Simone erzählt fantasievoll von einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Kind und Tier. In einem, für die Werke Heidelbachs so typischen, absurden Setting zeigt das Werk das Heranwachsen der jungen Wally zusammen mit ihrer treuen Begleiterin und Simone, bei der es sich um ein Nilpferd (und die ‚Titelheldin‘ des Buches) handelt. Gemeinsam verbringen die kleine Wally und die große Simone nun ihren Alltag Seite an/für Seite und werden zu einem perfekten Duo.
Das Bilderbuch, das in einem für Heidelbach typischen Illustrations- und Erzählstil gehalten ist – man erinnere sich nur an Königin Gisela - beginnt damit, dass Wally und ihre Mutter eine Bekanntschaft der ganz anderen Art machen: Beim Babyschwimmen treffen sie auf das freundliche Nilpferd Simone und kurzerhand wechselt dieses aus dem Wasser direkt ins Kinderzimmer und wird zu Wallys Babysitterin. Von nun an begleitet sie Wally im Alltagsleben bei ihrem Auf- und Heranwachsen und wird dabei zu ihrer engsten Freundin. Kurz bevor Wally jedoch zum Schulkind wird, begibt sie sich zusammen mit Simone auf ein letztes gemeinsames Abenteuer, bei dem sie, obwohl sie sich so gut kennen, immer noch voneinander lernen können.
Die absurd-gewöhnliche Geschichte wird durch ein Zusammenspiel von sanfter Farbgebung, etwas verwaschener Pastellfarbe und einer alltagsnahen Sprache erzählt. Die Körper der Figuren werden nicht normschön dargestellt, die Kleidung wirkt ein wenig aus der Zeit gefallen und besonders die Augen der Figuren stechen heraus – typisch Heidelbach. Der Autor vermag es, die Atmosphäre der jeweiligen Szene durch das Zusammenspiel von Text und Bild, die sich gegenseitig ergänzen, perfekt einzufangen. Insgesamt gelingt es Heidelbach so, auf feinfühlige Weise zu thematisieren, das Großwerden auch Veränderung bedeutet, gleichzeitig erzeugt er ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit.
Der Text ist leicht zugänglich und ermöglicht auch jungen Leser*innen einen unkomplizierten Einstieg, das Bilderbuch eignet sich zudem ideal zum Vorlesen. Die liebevoll gestalteten Bilder laden dazu ein, sich zusammen mit den Kindern über die Geschichte auszutauschen. Obwohl das Werk den Übergang zum Schulkind thematisiert, ist es durch die feinfühlig-bildgewaltige Erzählweise bereits für Kinder ab vier Jahren bestens geeignet und nimmt durch seine leicht subversive Darstellung auch Erwachsene mit auf eine Reise in die kindliche (Vorstellungs-)Welt.
Bibliographische Angaben:
Nikolaus Heidelbach
Simone
Hamburg: von Hacht Verlag GmbH, 2026
36 Seiten
Bilderbuch ab 4 Jahren